Einsamkeit

Einsamkeit (lt. Wikipedia bezeichnet man damit meist die Empfindung, von anderen Menschen getrennt und abgeschieden zu sein)

Schreibt man darüber in seinem Blog? Wollen die Menschen überhaupt sowas lesen oder doch lieber nur Schönes? Man bietet damit natürlich auch eine Angriffsfläche, aber damit habe ich heutzutage absolut kein Problem mehr.

Außerdem habe ich mal versprochen, dass ich auch über die negativen Dinge in meinem Leben schreiben werde, auch wenn das viel schwerer ist als einfach tolle Reiseberichte und über anderes nette Dinge zu schreiben.

Natürlich liebe ich das Leben, das ich führe, auch wenn es immer wieder Situationen gibt, in denen ich trotzdem damit hadere.

In der letzten Woche hatte ich so einen saublöden Tag. Mir ging es schon einige Zeit gesundheitlich nicht so wirklich gut, ich bin dann endlich mal zum Arzt gegangen und musste natürlich erstmal alles selbst bezahlen. Auch wenn ich der Meinung bin, ich schaffe das alles finanziell schon irgendwie, schleichen sich die Sorgen doch immer wieder in meine Gedanken. Morgens habe ich – warum auch immer und mache ich seit 40 Jahren richtig – das Motoröl in den Kühlertank geschüttet….. d.h. dann Werkstatt, Wasseraustausch und dafür durfte ich dann 54 Euro bezahlen. Die Batterie und alle meine Geräte wie Laptop, Handy, Powerbank waren seit Tagen leer. An diesem Mittwoch dann habe ich auch noch Lene sterilisieren lassen, die dann nach der OP den ganzen Tag fertig war und nur geschlafen hat. Ich stand auf einem Parkplatz – allerdings wunderschön direkt am Meer – und musste den ganzen Tag im Wohnmobil verbringen ohne auch nur mit irgendjemandem ein Wort wechseln zu können.

alleinsein
Ich kam mir sowas von einsam und verlassen vor, es war grausig. Was macht man in so einer Situation? Ich habe einfach bei Facebook (ja, ja, ich weiß, da gibt es geteilte Meinungen zu) folgendes veröffentlich:

Kennt ihr das Gefühl? Obwohl man eigentlich immer stark ist und viele einen sogar darum beneiden, möchte man manchmal einfach nur jemanden, der einen in den Arm nimmt und sagt „Alles wird gut „. Sorry, hab heute meinen Selbstmitleidstag und fühle mich -seit langem – so richtig einsam und allein 😢

Die vielen tollen Antworten – bei Facebook, per Telefon und auch persönlich – haben mich zu Tränen gerührt. Ich bin diesen Menschen so dankbar, dass sie mir aus meinem Loch geholfen haben.

Mein Abend sah dann schon ein wenig netter aus:

Abendstimmung

Ich kenne natürlich schon solche Tage. Auch wenn sie bei mir zum Glück nicht allzu häufig vorkommen, passiert es immer mal von Zeit zu Zeit. Normalerweise heule ich mich dann einmal richtig aus, tue mir selbst wahnsinnig leid ….. und zieh mich dann selber wieder aus dem Sumpf. Ich bin sehr froh darüber, dass mir das immer wieder relativ einfach gelingt und ich dann im Endeffekt noch dankbarer bin über das Leben, dass ich führe.

Gibt es auch bei Dir solche Situationen und wie gehst Du damit um?

 

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13 Kommentare

  1. Ja ute, das kenne ich auch und wer reflektieren kann, wird dies immer wieder erleben, ABER das wichtige und tolle ist, daß wir die stärke haben, uns selbst immer wieder rauszuholen und dann wieder unser leben geniessen! Also weiter so! 😙

  2. Ach ja Ute, das Gefühl kenn ich nur zu gut. Ich bin fast geneigt zu sagen „das ist die letzten Jahrzehnte beinahe ein Dauerzustand bei mir“. Wenn es kaum noch auszuhalten ist, stürze ich mich in die Arbeit oder versuche mit Sport dagegen zu steuern. Urlaub planen lenkt auch sehr gut ab. Von Facebook und dem Austausch dort halte ich rein gar nichts. Ich habe für mich entschieden, dass mir hunderte oder tausende von Facebook-„Freunden“, auch wenn diese alle ihre netten Wünsche oder Kommentare abgeben (schlechte oder zumindest ehrliche werden dort doch eh nicht geäußert) nichts bringen. EINE einzige echte Freundin aus Fleisch und Blut an meiner Seite würde mich schon glücklich machen. Leider wird es anscheinend, mit zunehmendem Alter, immer schwieriger eine solche zu finden. Ich beneide Dich nicht und möchte, wenn ich ehrlich bin, auch nicht Dein Leben leben. Du hast es Dir so ausgesucht. Es kommen sicher auch wieder bessere Tage. Wenn Du unglücklich damit bist, ändere es (ich weiß – leichter gesagt, als getan und ich kann mir dabei an die eigene Nase fassen….)

    Käffchen trinken? Ich warte hier auf Dich!

    Ganz liebe Grüße
    Petra

    • Liebste Petra,
      danke für die lieben und auch die anderen Worte ;-). Ich hoffe sehr, dass wir irgendwann mal wieder zusammen ein paar Käffchen zusammen trinken können. Achja, und Urlaub in Andalusien ist wunderschön ……….. kannst nicht mal die Hotels in Torrox begutachten?
      Ganz liebe Grüße
      Ute

  3. Tja, solche Momente kenn ich auch. Aber ich weiß, dass es Leuten MIT Wohnung ganz genauso geht. Die sind eigentlich noch schlimmer dran, wenn sie Geld für Miete verdienen müssen und meist genauso einsam. „Einsam“ ist aber negativ. Allein mit sich selbst ist die Sichtweise, die ich mir angewöhnt habe, denn ich mag mich. Das heisst nicht, dass ich menschliche Gesellschaft nicht schätzen würde.
    Wenn man sich abseits des Daily (konsum)Terrors bewegt, fallen zwangsläufig viele Menschen als Lebensteiler weg, die nicht verstehen können, warum man sich dafür entschieden hat, mit möglichst wenig Resourcen auszukommen.
    Hat vielleicht auch mit dem Alter zu tun. Manchmal fände ich es angenehm, wenn mal jemand in der Nähe wäre, der auch im mobilen Heim wohnt und auch Lust auf gemeinsame Stunden hat. Da ich aber so gar keine Lust auf Campingplatz habe und maximale Autarkie von dort gebotenen Resourcen anstrebe (war noch nie auf einem) sind das eher seltene Momente. Frauen die sich trauen, alleine in der Pampa zu stehen, sind ja noch seltener. Irgendwann…bis dahin steh ich eben alleine.

    • Hallo Don oder wie auch immer Du heißt,
      ich gebe Dir völlig recht, dass es gar nichts mit Wohnung oder Mobilwohnen zu tun hat. Und im Übrigen stehe ich auch allein in der Pampa, weil ich die meisten Campingplätze auch nicht leiden und mir nicht leisten kann. Allerdings habe ich momentan noch das Problem, dass mein Henri nicht autark ist und ich dann und wann mal Strom tanken muss……..aber auch das werde ich noch ändern.
      Liebe Grüße
      Ute

  4. Liebe Mama,
    Wie du weißt, kenne ich solche Tage. Bei dir und natürlich auch bei mir selbst. Und an diesen Tagen bist du es, die mich wieder aus dem Loch rausholt. Du bist es, die mir Kraft gibt und die mir immer mit Rat und Tat zur Seite steht! An deinen miesen Tagen bin ich bei dir. Im Moment leider nur in Gedanken.
    Ich liebe dich. Pass auf dich auf!

  5. „allerdings wunderschön direkt am Meer“ Du siehst trotzdem noch das Gute, wenns mal nicht so läuft. Du bist großartig

  6. Liebe Ute,da schreibst Du mir aus der Seele.Bin zwar nicht mit Womo unterwegs und wie Du weisst wohne ich hier seit gut fünf Jahren in Andalusien.Aber die Einsamkeit bringt mich oft fast um,obwohl ich mich immer mit irgendwelchen Sachen beschäftige,hier in meinem kleinen Paradies auch genug zu tun habe,viel für Tiere,meine eigenen und um mich herum für die armen,schlecht gehaltenen Tiere tue.So stürze ich mich in Fluchtgedanken,das heißt,ich will wieder nach Deutschland zu meinen Kindern und Freunden,ein ewiges hin -und her.Und dort würde es sicher auch nicht besser werden.Vielleicht hat das alles mit „Ankommen“ zu tun,in sich selber ruhen ect.So könnte ich stundenlang weiter schreiben.Das nur mal für,sErste.Alles Liebe Angela

    • Liebe Angela,
      ja, ist manchmal wirklich nicht einfach. Aber Du hast es wohl schon ganz richtig erkannt, dass Ankommen bei sich selbst der Punkt ist. Schließlich ist aber ja das ganze Leben ein Lernprozess und vielleicht klappt das ja alles irgendwann.
      Liebe Grüße
      Ute

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