Henri und ich – Liebe mit Hindernissen

Mit Henri und mir ist es wie in einer normalen Beziehung………. Es ist nicht immer einfach. Gut, ich gebe zu, ich war schon beim Kauf etwas blauäugig. Es war halt Liebe auf den ersten Blick und ich wollte ihn unbedingt haben.
Zuerst war auch alles gut. Er bekam vier neue Schuhe für die Hinterbeine und erstmal ein paar kleine Verschönerungen innen. Das Einräumen war ein Traum – Platz ohne Ende.

Dann zur Anmeldung bei der Gemeinde – ich sollte das Oldtimergutachten vorlegen und hatte keins. Der Vorbesitzer hatte gesagt, er hätte das nie gehabt und da die Oldtimerkennzeichnung ja im Fahrzeugbrief eingetragen sei, bräuchte man die auch nicht. Tja, das sah das Kraftfahrzeugamt leider anders. Ich bekam zwar trotz allem das „H“-Kennzeichen, aber mit der Auflage, das Gutachten bis zum 30.9. nachzureichen. Der Vorbesitzer rührte sich leider trotz allen Bemühungen überhaupt nicht. Wir fanden dann zwar den Vorvorbesitzer, aber das Gutachten blieb verschwunden.
Trotz allem musste ich aber los, da meine Märkte warteten. Ich fuhr dann über Halle Richtung Österreich …. und wurde ziemlich schnell von Henris komischer Straßenlage verschreckt. Ich musste das Lenkrad mit beiden Händen halten und beim kleinsten Schlenker fing das ganze Gespann an zu schaukeln. Das Fahren war der reinste Horror. Natürlich wäre es ein leichtes gewesen, die nächste Werkstatt aufzusuchen, aber das war finanziell überhaupt nicht machbar. Also ging es weiter. Irgendwann fingen dann auch noch die Bremsen fürchterlich an zu quietschen und bei einem der nächsten Stopps stellte ich fest, dass die Radnaben heiß wurden. Ich bin dann aber trotzdem bis Kärnten auf meinen Markt dort gefahren – natürlich schön vorsichtig.
Nach Ende des Marktes und mit ein klein wenig Geld in der Tasche – leider weniger als erhoffe wie auf allen Märkten in diesem Jahr – habe ich Henri dann zum Doktor, sprich in eine Werkstatt, die mir empfohlen wurde gebracht. Aus dem vorhergesagten 1 – 2 Tagen Aufenthalt dort wurden im Endeffekt 5 Tage, sodass ich gezwungen war, auch noch den nachfolgenden Markt abzusagen. Das böse Erwachen kam dann am Tag der Abholung: den Großteil meines verdienten Geldes durfte ich in der Werkstatt lassen. Naja, irgendwie geht es ja immer weiter.
Auf jeden Fall ist das Fahren seitdem ein Traum. Henri fährt, wie ich es eigentlich von Anfang an erwartet hätte. Und die Liebe ist nun noch ein bisschen heftiger geworden.
Das Oldtimergutachten war aber immer noch nicht zu finden. Obwohl bei sämtlichen Einrichtungen in ganz Deutschland, die solche Gutachten anfertigen dürfen, nachgefragt wurde und die das auch mindestens 10 Jahre aufbewahren, wurden wir nicht fündig. Also bleibt nur eine Lösung: Ein neues Gutachten muss schnellstens her.
Beim Terminmachen wurde ich dann gleich darüber belehrt, dass das Gutachten nur mit einer Vollabnahme möglich ist. Aber der letzte TÜV war ja erst 4 Monate her, was sollte da schon Großartiges passieren.
Ich wollte Henri aber wenigstens noch ein paar neue Vorderreifen spendieren, da die alten nicht mehr so toll aussehen. Gedacht und bestellt und ich bekam einen Tag vor dem TÜV-Termin auch dort zugesagt, dass es klappt. War auch alles wunderbar… alte Reifen runter, neue rauf … und dann schaute ich auf die Reifen und stellte fest, dass es die falsche Reifengröße war. Also, neue Reifen runter, alte wieder drauf und es wurden die richtigen bestellt, die natürlich nicht mehr rechtzeitig für den TÜV lieferbar waren. Aber ich bekam ein nettes Schreiben mit, dass es sich um ein Versehen der Werkstatt handelte und die neuen ein paar Tage später draufkämen.

reifenwechsel
Nächsten Morgen ich dann guten Mutes zum TÜV. Der Mensch dort prüfte die Bremsen, schaute dauernd in meine Unterlagen und meinte dann, der die letzte Prüfung bei der Dekra gemacht wurde, solle ich doch bitte dorthin fahren.
Ich also zur Dekra. Um 11 Uhr war ich da und um 15 Uhr startete dann die Durchsicht – war ja auch draußen nur schönstes Hochsommerwetter und Lene und ich schwitzten, schwitzten und schwitzten.
Tja, mit dem Gutachten bzw. mit der neuen Plakette klappte es natürlich nicht … ich bekam eine Mängelliste, die es in sich hatte.
Am nächsten Morgen gab es dann endlich die – natürlich auch bemängelten – neuen Reifen und ich suchte eine Werkstatt für die Mängelbeseitigungen, die hauptsächlich aus Schweißarbeiten bestanden. Das ging dann auch relativ schnell. Dann war nur noch die fehlende Funktion der Bremsleuchten zu beheben. Tja, der Schalter dafür war kaputt…. Und da Henri ja nun nicht mehr der Jüngste ist, kann selbst so ein alberner Schalter zum Problem werden. Aber der Werkstattmensch hat einen 30 Kilometer entfernt aufgetrieben und den werde ich morgen abholen. Wenn ich dann nicht bei der Bezahlung der Rechnung tot umfalle, ist dann morgen Nachmittag ein erneuter Besuch bei der Dekra zwecks Nachprüfung angesagt.
Nun brauche ich das Daumendrücken von euch allen, damit ich doch noch meine Fahrt nach Spanien antreten kann.

Morgen dann der neueste Bericht, der hoffentlich nicht wieder so lang wie dieser ausfällt.

 

Übrigens finde ich dieses T-Shirt fast passend zu meinem Henri einfach genial :

 

17 Kommentare

  1. Ich drücke dir ganz dolle die Daumen. 🙂

  2. Toi, toi, toi und ganz festes *Daumendrück*

    Liebe Grüsse,
    Claudia

  3. Ich drück dir auch die Daumen. Wird schon klappen.

  4. Ach Mensch Ute, manchmal kommt dann aich noch Pech dazu, was?
    Wir drücken ganz fest die Daumen, dass jetzt alles gut wird und wir uns in Spanien treffen 😘

  5. Drück dir die Daumen und meine Tiere die Krallen dann müsste es sschon klappen Viel Erfolg

  6. Toitoitoi. Und der nächste Bericht soll bitte lauten! Eviva Espana! Wir sind auf dem Weg!

  7. Liebe Ute, das kennen wir leider auch nur zu gut. Wir stehen auch schon wieder auf Böcken bei unserem Schraubergott – Nach Anlasser, Motorschaden, Druckregler und Elektrikproblemen sind jetzt die Bremsen abgebaut und in einer Spezialwerkstatt … so ist das mit unseren Oldies scheinbar leider, wenn sie beim Vorbesitzer nicht wirklich liebevollst gepflegt wurden. Das Gute ist, dass wir nach diesem ganzen Aufwand einmal ein super Womo haben werden, von dem wir wissen, dass alle lebenswichtigen Teile mit uns frisch und lebensfroh durch die Weltgeschichte kurven! 😀
    Wir hier im Herman drücken dir ganz, ganz dolle die Daumen!
    Aller liebste Grüße,
    Sabine und Micha

    • Hallo Sabine und Micha,
      danke euch für die lieben Worte. Aber dafür haben unsere Oldies halt auch Charakter, oder? Da soll mal so manches neue Wohnmobil erstmal mithalten 😉 . Drücke euch auch die Daumen – und beneide euch ja ein wenig um euren Schraubergott 😉 – und hoffe, dass wir uns irgendwann mal „on the road“ treffen.
      Ganz liebe Grüße an Euch
      Ute

  8. Kein wunder wenn du immer spanien sagst. In Portugal kennen wir ein das alles sehr günstig repariert. Aber es klappt schon. Wir fahren gleich nach Portugal

  9. Pingback: Noch ein letztes Bisschen aus Deutschland -

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