Ohne Hauptwohnsitz in Deutschland – Wir sind dann mal weg!

Ist das denn so einfach, denken einige vielleicht? Ja, ist es. Was mussten wir machen, um „frei“ zu sein?

Erste Schritte:

Die ersten Schritte taten wir ja bereits, als wir unsere Wohnung aufgaben und ins Wohnmobil zogen – hier kannst Du es nochmal nachlesen. Das war alles nicht wirklich schwierig.

Das halbe Jahr, das wir auf einem festen Platz lebten, gab uns die Möglichkeit, festzustellen, ob uns dieses Leben auf engstem Raum wirklich reicht. Und ja, mehr brauchen wir nicht.

 

Abmeldung

Die Abmeldung in Deutschland war so einfach, einfacher geht nicht. Wir gingen zum Meldeamt und nach 5 Minuten – nur mit der Aussage, wir reisen ins Ausland – waren wir abgemeldet. 

 

Krankenversicherung

Auch wenn wir risikofreudig sind, ohne eine Krankenversicherung zu sein, kam nicht in Frage. Ich durchforstete das Internet und holte mir überall Tipps zu einer Reisekrankenversicherung. Das war gar nicht so einfach. Mir hätte am besten die STA Travel-Reisekrankenversicherung gefallen………aber………..da geht nichts ohne eine deutsche Meldeadresse und die gibt es ja nicht. Also entschieden wir uns für die Hanse-Merkur-Reisekrankenversicherung. Es gibt dort mehrere Varianten, einmal bis zu einem Jahr und dann die ganz langfristige bis zu 5 Jahren. Wir wählten die kürzere, da wir im Mai nächsten Jahres wieder in Deutschland sein wollen, da meine Mutter dann ihren 85. Geburtstag feiert und wir danach noch keine Pläne haben, wie es weitergeht. Aber das sehen wir dann und ist auch ein anderes Thema.

Durch Vorlage der Reisekrankenversicherung und der Abmeldebestätigung konnten wir dann problemlos unsere deutsche (Pflicht)-Krankenversicherung kündigen.

 

Kraftfahrzeug ohne Meldeadresse 

Normalerweise braucht man zum Zulassen eines Fahrzeuges eine Meldeadresse. Unser Wohnmobil war zwar zugelassen, aber bei einem Wohnortwechsel ist man verpflichtet, das Fahrzeug innerhalb von 2 Wochen umzumelden.

Zitat: Versäumen Sie es, Ihr Auto umzumelden, kann Ihnen ein Bußgeld von bis zu 100 Euro drohen. Denn bei möglichen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten im Straßenverkehr wird die Ermittlung von Fahrzeughaltern für die Polizei erheblich erschwert: Zum Beispiel können Bußgeldbescheide nicht zugestellt werden, wenn die aktuelle Adresse des Fahrzeughalters nicht bei der zuständigen Zulassungsbehörde hinterlegt worden ist. 

Aber was kann man tun, wenn man keine Meldeadresse mehr hat? Es gibt den § 46, Absatz 2 des FZV, der besagt: 

 Besteht im Inland kein Wohnsitz, kein Sitz, keine Niederlassung oder keine Dienststelle, so ist die Behörde des Wohnorts oder des Aufenthaltsorts eines Empfangsbevollmächtigter zuständig.

 

Also geht man einfach mit einer vertrauten Person (in unserem Fall unsere Tochter) zur Zulassungsstelle und meldet dort das Fahrzeug um bzw. an. 

Bei uns auf der Zulassungsstelle waren sie zwar leicht überfordert, weil sowas wohl nicht allzu häufig vorkommt, aber man darf sich eben einfach nicht abwimmeln lassen und dann klappt das auch.

 

Wie mache ich das mit meiner Post?

Auch wenn man nicht mehr viele Verpflichtungen in Deutschland hat, gibt es halt doch immer noch Briefe etc., die wichtig sind – sei es von Versicherungen oder, oder. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie z.B. den digitalen Briefkasten oder eine Postadresse bei der Familie oder Freunden. Auch das haben wir recht einfach gelöst und zwar haben wir als unsere Postadresse die Adresse unserer Tochter angegeben. Sie hat einen Namensaufkleber an ihren Briefkasten gemacht und gut. Zu ihr haben wir halt vollstes Vertrauen und sie öffnet unsere Post, scannt wichtige Sachen ein und schickt sie uns per Mail. Diese Möglichkeit kann man natürlich nur nutzen, wenn man eine wirkliche Vertrauensperson hat.

 

Das Beste zum Schluss 😉

Das größte Vergnügen bereitete uns allerdings, dass wir uns endlich von diesem „Verein“, aus dem man sonst so gut wie gar nicht los kommt, abmelden konnten, der GEZ .

 

Vielleicht könnt ihr ein wenig anfangen mit meiner kurzen Beschreibung der wichtigsten Dinge. Falls ihr noch Fragen habt, schreibt sie doch einfach in die Kommentarfunktion oder schreibt eine Email.

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